9.2 Trinkwassernetze
Einsatzbereich und Nutzen
Diese Lösung unterstützt die Erfassung, Dokumentation, Analyse, Bewirtschaftung, Instandhaltung und die Auskunft rund um Netze und Anlagen der Trinkwasserversorgung.
Funktionsübersicht
Der Aufbau der Dokumentation von Trinkwassernetzen folgt den Regeln der
DIN 2425, die für Planwerke der Versorgungswirtschaft, der Wasserwirtschaft und für Fernleitungen wesentliche Vorgaben enthält.
Das Kartieren erfolgt auf der Grundlage von Vermessungen
(tachymetrisch oder GPS) oder im Zuge der Aufarbeitung bestehender
analoger Kartenwerke, Bestandsrisse etc. bzw. der Veredelung
vorhandener CAD-Zeichnungen. Als Kartierungshilfen können außerdem
georeferenzierte
Kartenwerke wie ALK bzw. ALKIS, Grundkarten mit Topografieergänzungen,
präzise Luftbilder etc. herangezogen werden. Für die
Bestandsdokumentation der Objekte der Trinkwassernetze wie Leitungen, Knoten, Armaturen, Hausanschlüsse, Zähler etc. stehen
fachgerechte Objektbibliotheken und alle erforderlichen Zeichen- und
Konstruktionsfunktionen zur Verfügung.
Während der Kartierung entsteht
automatisch die Netzlogik, die zur Analyse und Netzverfolgung benötigt wird. Beispielsweise für das automatisierte Herausfinden von Hausanschlüssen bzw. Abnehmern in der Folge von Absperrungen ausgewählter Leitungsabschnitte durch Bauarbeiten.
Jedem Objekt
der dokumentierten Netze können aus einem fachgerecht aufgebauten
Datenmodell alle erforderlichen Sachdaten wie Stammdaten,
Materialdaten, Betriebsdaten, Wartungsdaten etc. zugeordnet werden.
Alternativ besteht die Möglichkeit zum Import von Vermessungsdaten, die nach Maßgaben der "Werkvorschrift Trinkwasser" strukturiert wurden und anschließend mit Hilfe der Lösung Werkvorschriftenumsetzer automatisiert und qualitätsüberwacht in Netzdaten der Fachlösung Trinkwassernetze umgesetzt werden.
Zur Verbindung kartierter Hausanschlüsse mit dem vorhandenen Softwaresystem zur Verbrauchsabrechnung steht der Gaja®Matrix Datenbanken-Integrator zur Verfügung.
Kartierung
- Kartieren aller Netzobjekte.
- Automatisiertes Ausbilden der Netzlogik.
- Vorläufiges Kartieren von Hausanschlüssen (auch auf gescannten Plänen) im Turnus der Zählerwechsel.
- Kartierung von Sonderbauwerken.
- Kartierung von Knoten samt aller enthaltenen Armaturen und Elemente sowie der Auswinkelungen.
- Erzeugen einer Kilometrierung.
- Geocodierte Zustandsdokumentation mit Dokumenten, Fotos, Notizen etc.
- Mobile Kartierung ausgewählter Objekte.
- GPS-Workflow vom Außendienst direkt ins GIS.
Sachbearbeitung, Auskunft
- Auskunft und Recherche, auch mobil
- Suche nach Leitungen , z. B. über Leitungsnummer, Leitungstyp etc. oder grafische Selektion.
- Suche nach Hausanschlüssen, Zählern etc. über Sachdaten oder grafische Selektion.
- Recherche nach Sonderbauwerken.
- Maßstäbliche Planauskünfte
- Zugriff auf alle GeoBasisDaten des zentralen GeoDatenPools (ALB/ALK, ALKIS, Luftbilder, Topografische Karten etc.)
- Zugriff auf alle Fachplanbestände des zentralen GeoDatenPools (Umwelt und Grün, Straße und Verkehr, Bauleitplanung und Stadtentwicklung etc.)
- Nutzung von Darstellungsvarianten für Anschriebe.
- Sachdateneinblendung an Netzelementen aus der Datenbank.
- Tooltips (Informationsfenster) bei Objektberührung mit der Maus.
- Diverse vorgefertigte Berichte (z. B. Detailbericht Leitungsdaten etc.)
- Diverse vorgefertigte Auswertungen (z. B. Länge der bereits kartierten Leitungen etc.)
- Längsschnitte
- Sachbearbeitung an den Netzobjekten, auch mobil.
- Stammdaten
- Wartungsdaten
- Zustandsdaten, Zustandsbewertung
- Kostendaten
- Zuordnung von Dokumenten und Fotos.
- Erstellen von Schachtscheinen und Leitungsauskünften.
- Erzeugen von Darstellungsvarianten (z. B. mit Materialien, Nennweiten etc.)
- Mobile Zählerstandserfassung
Arbeitsvorbereitung, Administration
- Erstellen und Anpassen von Themenkarten.
- Erzeugen individueller Bildungsvorschriften für thematische Karten und Darstellungsvarianten.
- Erweitern der Bibliothek der Fachbedeutungen für Netzelemente, Bauwerke, etc.
- Individualisierung von Reports, Listen und Diagrammen.
- Einlesen von Ausgangsplänen im DXF/DWG/DGN-Format.
- Übernahme von Dienstleisterdaten durch Definition, Interpretation und Umsetzung von Werkvorschriften mit Hilfe der Lösung Werkvorschriftenumsetzer.
- GPS-Workflow vom Außendienst direkt ins GIS.
- Anbindung externer Programme bzw. Datenbanken (z. B. Verbrauchsabrechnung, Materialwirtschaft) mit Hilfe des Datenbanken-Integrators.
Besonderheiten und Hinweise
Die grafischen Daten sowie die Sach- und Vorgangsdaten der Lösung werden in einer gemeinsamen OpenGIS-Datenbank gehalten und sind über den Zentralen Integrator nicht nur untereinander, sondern auch mit den anderen Lösungen verbunden. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Gaja®Matrix-Lösungsfamilie und entscheidender Vorteil in Bezug auf Datenkonsistenz, Benutzerfreundlichkeit, Rechtssicherheit und im Hinblick auf interdisziplinäre Analyse- und Recherchemöglichkeiten.
Zur Verbindung kartierter Hausanschlüsse mit dem vorhandenen Softwaresystem zur Verbrauchsabrechnung steht der Gaja®Matrix-Datenbanken-Integrator
zur Verfügung. Über dieses Modul kann z. B. auch eine Verbindung
zwischen verbauten und dokumentierten Armaturen und dem aktuellen
Lagerbestand der vorhandenen Software zur Materialwirtschaft
hergestellt werden
Alternativ zur Neukartierung besteht die Möglichkeit zum Import von Vermessungsdaten, die
nach Maßgaben der "Werkvorschrift Trinkwasser" strukturiert wurden und
anschließend mit Hilfe der Gaja®Matrix-Lösung Werkvorschriftenumsetzer automatisiert und qualitätsüberwacht in Netzdaten der Gaja®Matrix-Fachlösung Trinkwassernetze umgesetzt werden.
Zur satellitengestützten Vermessung in eigener Regie kann ein komplett dokumentierter GPS-Workflow vom Außendienst direkt in die Gaja®Matrix-Fachlösung Trinkwassernetze unter Verwendung von Trimble-Gerätetechnik genutzt werden
Mit Hilfe der grafischen Foto- und Dokumentenverwaltung gelingt den Meistern in eigener Regie die Zuordnung von Photodokumentationen im Zuge der Zählerwechsel vor Ort.
